Heimat - Poesie - DANK Nietzsche

Heimat - Poesie - DANK Nietzsche

Vereinsamt

Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n —
Wohl dem‚ der jetzt noch — Heimat hat!

Nun stehst du starr‚
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt — entflohn?

Die Welt — ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor‚
Was du verlorst‚ macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich‚
Zur Winter-Wanderschaft verflucht‚
Dem Rauche gleich‚
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg’‚ Vogel‚ schnarr’
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! —
Versteck’‚ du Narr‚
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n‚
Weh dem‚ der keine Heimat hat!

Friedrich Wilhelm Nietzsche

(1844 - 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller: Quelle: Nietzsche, Nachgelassene Fragmente. Herbst 1884

 

Ein wahrlich bewegendes THEMA: Heimat. SternenEinblicke und andere bodenständige Sichtweisen bekommst du hier in diesen Artikeln zu lesen:

 

BildKunst: by Ellen Holzschuster

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