Im Rausch der Geschwindigkeit - Kinder wie die Zeit verfliegt

Im Rausch der Geschwindigkeit - Kinder wie die Zeit verfliegt

Geschwindigkeit ist relativ?!

Und willkommen im speedster Monat der Zwillinge. Die sehen so manches anders und wirbeln mit ihren Gedanken das eine und andere Leben durcheinander. Wahre Speerfreaks sind sie. Wie die Kolibris.

Ein Kolibri kann bei seinen Balzflügen Geschwindigkeiten von 385 Körperlängen pro Sekunde erreichen. Das entspricht etwa dem Zehnfachen der Erdbeschleunigung. Natürlich auf die Körpergröße dieses schnellsten Wirbeltieres bezogen. Da sind sogar Wanderfalken und Kampfjets "langsam(er)" dagegen! Und bei letzteren reden wir von immerhin von Mach 3 als Geschwindigkeit!

Also alles R E L A T I V. 

Frida sieht heutzutage so manches auch in einem anderen Verhältnis. Wendet sie sich in ihrem Leben zurück, sieht so manches anders aus. Der Blick ändert sich im Laufe des Lebens. Manches relativiert sich. 

Wie schaut es bei dir aus? Wird es dir schon beim Wort Geschwindigkeit und wo ist die Zeit nur hin, schon schwindelig? Was ist (d)ein LebensSchwindel?  Denn so manch übertriebener Zwilling neigt dazu der Wahrheit ordentlich Spielraum zu geben. Das lässt einen durchaus fühlen, als würde das Lebenskarussell in Mach 3 sich drehen.

Wie aus dem Rausch der Geschwindigkeit die Entdeckung der Langsamkeit entsteht: Oder die Evolution des Zwilling!

Wenn möglich begebe ich mich einmal im Jahr in einen Geschwindigkeitsrausch! Und zwar beim Ski fahren -  ich brauch nur eine wenig befahrene Piste und dann geht’s los. Und wenn es richtig gut läuft, die Sonne scheint, ich den Fahrtwind spüre, der Schnee gut ist, kann man von mir auch ein lautes „chakka“ oder „wow“ hören. 

Früher fand ich auch eine schnelle Autofahrt klasse.  Das ist allerdings schon länger her, so die Zeit kurz nachdem ich den Führerschein hatte. Glücklicherweise war mein Vater sehr großzügig mit seinem Auto und hat es mir wenn möglich gerne geliehen.

Schnelle Autos interessieren mich nicht mehr, schon allein deshalb weil mein Umweltbewusstsein ein anderes geworden ist. Für mich ist mein Auto ein Fortbewegungsmittel mit gefühlten zwei PS und die Geschwindigkeit spüre ich nur, wenn ich in der 30er-Zone fotografiert werde, was zum Glück sehr selten vorkommt.

 Vom  schnellen Ski fahren werde ich mich irgendwann aus Altersgründen trennen müssen. Dieses Abschiednehmen von der Geschwindigkeit kommt auf mich zu und ich werde es nicht verhindern können. Jeden Winter mach ich mir das bewusst und bin sicher, dass auch ein Spaziergang auf Langlaufskiern mir ein „chakka“ oder „wow“ entlocken wird.

Wenn ich an dieses Szenario denke, dann fallen mir jede Menge Dinge im täglichen Leben ein die nur auf Geschwindigkeit ausgerichtet sind.  

Ein Supermarkt ist nur dann gut, wenn die nächste Kasse aufmacht, sobald mehr als zwei Kunden in der Schlange stehen. Lange Wartezeiten beim Zahnarzt werden oft als Zeichen gewertet, dass die Organisation in der Praxis nicht funktioniert.  Akkordarbeit ist in der Industrie kaum noch wegzudenken. – Ich sehe direkt diese berühmte Szene aus einem Charlie-Chaplin-Film vor mir. -  Und wie oft werden Kinder von den Eltern aufgefordert doch endlich mal schneller zu machen. Usw. usw. 

Dabei ist unser Leben so hektisch und schnell geworden, dass es viel wichtiger ist, Geschwindigkeit raus zu nehmen, als noch schneller zu werden. Eine Aufgabe, die viel Geduld und vor allem Übung braucht: die Langsamkeit neu zu entdecken. 

Die Entdeckung der eigenen Langsamkeit wird unwillkürlich zu mehr Bewusstheit führen. Das bedeutet, dass du ganz bei dem bist, was du gerade tust. Mit Sicherheit ein Prozess, der nicht von heute auf morgen kommt – schließlich wird der Prozess ja erst in Gang gesetzt, wenn du dich von der Geschwindigkeit verabschiedest. Richte dich drauf ein, dass es ganz schön anstrengend sein kann, die tägliche Routine der Hektik zu unterbrechen. In unserer Gesellschaft gehört der Satz: „ ich habe keine Zeit“ ja schon beinahe zum guten Ton.

Vielleicht hast du ja Lust auf eine Entdeckungsreise zu gehen und die Langsamkeit für dich zu entdecken. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten auszuprobieren, wie es sich anfühlt mal die Geschwindigkeit zu ignorieren und sich der Langsamkeit zu verschreiben.

 

Hier drei Ideen, um die Langsamkeit zu entdecken:

Stell dich beim nächsten Einkauf in die längere Schlange an der Kasse.  Nutze die Zeit für eine kurze Atemübung, oder um festzustellen, wie du stehst, oder um die Hektik um dich herum zu beobachten, oder............

Slow Food: 1986 hat der Italiener Carlo Petrini die Non-Profit-Organisation Slow Food gegründet. Er wollte weg vom standardisierten und uniformen Fastfood und zurück zur regionalen Küche mit mehr Genuss und mehr Zeit fürs Kochen und fürs Essen.

Vielleicht hast du ja Lust mal was zu kochen, was nicht in wenigen Minuten auf dem Tisch steht.  Wer immer dann mit dir am Tisch sitzt sollte sich dann auch genügend Zeit nehmen dieses Essen zu genießen um die Arbeit die du investiert hast zu würdigen.

Sicher kennst du das Zitat: „Wenn du’s eilig hast, dann gehe langsam“, vielleicht hast du ja mal Lust das auszuprobieren. Und wenn du das ganze auf die Spitze treiben willst, dann mach auch noch einen Umweg.

 

In diesem Sinne

Deine entschleunigte 

Frida

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