Ist "die" Humanität noch menschlich?

Ist "die" Humanität noch menschlich?

Geht es dir auch so, dass du manchmal das Gefühl hast, dass in der Gesellschaft eine Verrohung statt findet?  

Selbst wenn man versucht die täglichen Nachrichten so weit wie möglich auszublenden, lässt es sich kaum vermeiden, dass man erfährt, was gerade wieder passiert  ist.  Da wird die Gutmütigkeit alter Menschen schamlos mit dem sogenannten „Enkeltrick“ ausgenützt, Einbrüche mehren sich, Fußballspiele werden zum Anlass genommen eine ordentliche Prügelei anzuzetteln, über mafiöse Strukturen will ich lieber gar nicht erst nachdenken, und wie Waffenhändler überhaupt noch in den Spiegel schauen können, ist mir ein Rätsel. 

Was passiert hier in unserer Gesellschaft? 

Ich will und kann keine Schuldzuweisungen vornehmen. Und ich bin auch keine Expertin, die in der Lage wäre, die Gründe zu erklären. Leider ist es tatsächlich so, dass die Kriminalitätsrate 2016 gestiegen ist.  Was ich der Statistik nicht entnehmen konnte ist, wie viele, vor allem Jugendliche erst durch die Berichterstattung auf die Idee gekommen sind, Steine von der Autobahnbrücke zu werfen oder ähnliches.

Oder ist es nur Langeweile und Gedankenlosigkeit, die solche Taten hervorbringen?

Pragmatismus hilft:

Lamentieren hilft hier nicht! Es gilt lösungsorientiert zu denken auch wenn es im ersten Augenblick unwahrscheinlich scheint, dass es möglich, ist eine Veränderung anzustoßen.

Jetzt ist es ja allgemein bekannt, dass man nur sich selbst verändern kann.  – Und das soll jetzt mehr Menschlichkeit bringen oder einen Kleinkriminellen vom nächsten Taschendiebstahl abhalten? Das klingt doch ein bisschen an den Haaren herbeigezogen, und ehrlich gesagt auch viel zu schön, um wahr zu sein. 

Aber ich glaube fest daran, dass ich mit meinem Verhalten in der Lage dazu bin Veränderungen anzustoßen.

Kennst du den Schmetterlingseffekt?

Zur Erklärung muss ich ein bisschen ausholen. Kennst du den Schmetterlingseffekt? Der Schmetterlingseffekt  ist ein Begriff aus der Chaostheorie und besagt, dass kleinste Veränderungen große Auswirkungen haben können. Oder anders gesagt: „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings im Regenwald am anderen Ende der Welt einen Wirbelsturm auslösen?“

Veränderung kann dann passieren, wenn....

Meine Vorstellung, um mehr Mitmenschlichkeit in unsere Gesellschaft zu bringen basiert auf dem Schmetterlingseffekt. Und das heißt, dass eine Veränderung passieren kann, allerdings kann es sein, dass diese Veränderung  für denjenigen, der sie angestoßen hat nicht sichtbar ist. Das ist natürlich eine ordentliche Herausforderung, denn schließlich will man ja seinen Erfolg auch sehen. Und es sind „nur“  Mikroveränderungen, die jeder einzelne anstoßen kann.

Aber kleine Veränderungen können mit der Zeit Großes bewirken.

Dazu ein Schwank aus meinem Leben:

Damit du dir vorstellen kannst, in welche Richtung es geht, möchte ich noch kurz eine Begebenheit erzählen. Mein Sohn, damals sicher noch im Vorschulalter, fing an sich fürs Auto fahren zu interessieren. Wie geht es mit dem Schalten? was bedeuten die Verkehrsschilder? Wann gilt die „rechts-vor-links-Regel  usw. 

Bei jeder Autofahrt musste ich viel erklären.  Eines Abends im Feierabendverkehr ließ ich einen Autofahrer einfädeln.  Mein Sohn fragte mich, warum ich das jetzt gemacht hätte, wir hätten doch Vorfahrt gehabt.  Ich erklärte ihm, dass es für uns keinen Zeitverlust bedeutet und dass vielleicht der andere Autofahrer dann auch jemand einfädeln lässt, weil er sich gefreut hat, dass er nicht länger warten musste. Und siehe da, schon bei der nächsten Möglichkeit gab der Fahrer vor uns die „Nettigkeit“ weiter und ließ auch jemanden einfädeln. Mein Sohn war damals total begeistert, und hat gedacht dass es immer so funktionieren würde...?!

Aber jetzt endlich von der Theorie zur Praxis.

Hier ein Beispiel, wie du deine Schmetterlingsflügel in Bewegung bringen kannst:

Du wirst um einen Gefallen gebeten, den du ohne großen Aufwand erledigen kannst. Diejenige, der du helfen konntest, möchte sich revanchieren, vielleicht sogar mit Geld. Dann bitte sie (ihn), bei nächster Gelegenheit jemand anderem etwas Gutes zu tun.

Beispiel gefällig?

Ganz konkret hat das bei mir einmal so ausgesehen: ich traf auf einige amerikanische Touristen, die sich nicht darüber im klaren waren, dass die nächste Bushaltestelle 5km von ihrem Standort entfernt war. Ich bot ihnen an, sie zur Haltestelle zu fahren und sie nahmen dankbar an. Als ich das Grüppchen ablieferte wollten sie mir einen 20€ Schein geben. 

Ich lehnte ab mit den Worten „give it to someone in need“ – gebt es jemanden, der es brauchen kann. Natürlich hab ich keine Ahnung ob die 20€ jemals bei jemanden angekommen sind, der sie wirklich brauchen konnte, aber ich vertraue fest darauf.

Also, um mehr Menschlichkeit in unsere Gesellschaft zu bringen, schwing deine Flügel und sei ein Schmetterling!

In diesem Sinne, beflügelnde Grüße

Deine Frida

Mars macht mobil - bei Arbeit - Sport und Spiel: alles andere als GenussSucht

Mars macht mobil - bei Arbeit - Sport und Spiel: alles andere als GenussSucht

Der Krampf und Kampf um die Individualität